finnbands: Ihr macht jetzt eure zweite Tour in Deutschland....
Olli: Naja, wir sind zum zweiten Mal in Deutschland.
Captain: Die erste Tour war nur ein Konzert.
Olli: Das kann man also nicht wirklich Tour nennen, würde ich sagen.
Marko: Ja, wir fuhren nach Berlin und spielten da eine Show. Jetzt sind wir wieder hier und eigentlich ist das unsere erste Tour.
finnbands: Oh! Ich denke, es gibt immer noch Leute hier in Deutschland, die euch nicht kennen.
Olli and Captain: Echt? *lachen* Das ist merkwürdig!
Marko: Oh, wie konnte das passieren? Yeah. Das hier ist unser neues Album *hält das Album in die Camera* Das hier sind wir *zeigt einen Flyer*. Das ist Olli, das bin ich und das ist Captain. *dreht den Flyer um und zeigt die Rückseite* und das hier ist etwas, was ich für euch Leute hier in Deutschland malte. Das habe ich letzte Nacht gemacht. Hier steht Cherry Pie, fragt mich nicht, was das ist. Wir sind Poets of the Fall. Nun wisst ihr das also!
finnbands: Euer zweites Album "Carnival of Rust" wird im April in Deutschland veröffentlicht. Was meint ihr, warum sollten die Leute es kaufen?
Marko: Oh, weil es ein großartiges Album ist! Es ist eins dieser Dinge wie der Soundtrack eines Lebens. Es gibt in Finnland Kinder, vielleicht fünf Jahre alt, die sich unser Album anhören und damit aufwachsen. Es wird die Erinnerung an ihre Kindheit werden. Und wir haben Leute in den Teens, in den Zwanzigern und so weiter. Jeder findet etwas wirklich Einzigartiges an dem Album. Es ist etwas, von dem du nicht willst, dass die Leute es verpassen. Weißt du, wenn du etwas wirklich Großartiges hast, ist es ganz natürlich, dass du es teilen willst. So ist das!
finnbands: Welches sind eure persönlichen Lieblingssongs auf dem Album?
Marko: Mein persönlicher Favorit ist *denkt nach* Ich weiß nicht. Was ist eurer? Ich denke, ich mag "Fire" als ersten Song auf dem Album. Und ich mag "Carnival of Rust" auch sehr gerne.
Captain: Ich würde bei "Carnival of Rust" zustimmen.
Olli: Ich sage das Gleiche und ganz besonders "Fire". Ich mag es *lacht* wenn Songs richtig gute Gitarrensolos haben.
Captain: Ja genau, das ist einer dieser Songs.
Marko: Ja, das ist eins dieser coolen Dinge, wenn die Leute auf den Konzerten anfangen zu springen, wenn der Refrain beginnt. Wisst ihr, es bricht aus und alle springen auf und ab. Das ist echt faszinierend. Aber ich mag auch die langsameren Stücke, die wir haben. "Roses" ist echt schön. Und es hat den Leuten immer gut gefallen.
finnbands: Ändert eurer Plattenvertrag in Deutschland eurer Leben irgendwie?
Marko: Oh, also, wir haben keinen Plattenvertrag in Deutschland.
finnbands: Nein? *oops!*
Marko: Nein, wir haben unsere eigene Plattenfirma, weißt du, wir sind ein Indielabel. Daher kommen wir her und bringen unsere Alben alleine heraus.
finnbands: Ah ok. Ich dachte, weil ich mit einer deutschen Plattenfirma telefonierte…
Marko: Die machen den Vertrieb. Wir geben denen die Alben und sie bringen sie in die Läden, damit die Leute die Alben kaufen können. Sie sind also der Vertriebshändler.
Captain: .....
Marko: Ja. Indie Rock Band! *grinst*
finnbands: Eure erste Single "Late Goodbye" war Soundtrack für ein Computerspiel. Habt ihr euch je träumen lassen, dass ihr gleich mit der ersten Single so erfolgreich werden würdet?
Marko: Ah, definitiv nicht! Das war etwas, das wir… Wir wussten, wir hatten eine gute Idee, diesen Song dem Spiel beizufügen. Zu der Zeit waren wir Niemand, wenn es um den Bekanntheitsgrad geht. Wir hatten kein Geld für Marketing und wir hatten kein Majorlabel hinter uns, wir hatten nur uns selbst.
Captain: ...
Marko: Deshalb entschieden wir uns, so zu arbeiten. Zu der Zeit war das so ziemlich das einzige, was wir tun konnten. Und es war eine neue Idee, die noch keiner vor uns hatte. Wir hatten genug Glück, den Song auf dem Spiel unterzubringen. Als das Spiel heraus kam, stieg es in allen Tableaus und Charts und verkaufte sich millionenfach in wenigen Wochen. Plötzlich bekamen wir eMails von überall auf der Welt, aus etwa 82 Ländern. Die Leute schrieben uns einfach eMails. Yeah, das war ein verdammt guter Start. *grinst*
finnbands: Nachdem ihr nun Musik für ein PC Spiel gemacht habt, könntet ihr euch vorstellen Musik für einen Film zu machen?
Captain: Ja, das ist tatsächlich etwas, was wir....
Marko: Es gab bereits mehrere Filmgruppen, die Musik bei uns nachfragten. Tatsächlich sind wir bereits in einem großen finnischen Film mit "Carnival of Rust" vertreten. Der Film heißt "Das Jahr des Wolfes". Das haben wir also schon gemacht. Und es gibt da eine australische Gruppe, die einen Film macht und wir schreiben die Musik dafür. Es gibt auch Gerede um einen Hollywoodfilm. Aber diese Sachen sind noch weit weg. Wir werden sehen, was passiert, man kann so etwas nie wissen. Aber das ist definitiv etwas, was wir wirklich gerne machen.
Captain: Wir mögen Kinofilme und Soundtracks!
Marko: Genau, Soundtracks sind klasse.
finnbands: Ihr arbeitet derzeit am dritten Album, während ihr jetzt gerade in Deutschland und sonst viel in Finnland tourt. Wie vereinbart ihr das?
Marko: Ich weiß es nicht! *alle lachen* Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, wie wir das schaffen. Es ist… du schreibst die Songs und du schreibst Material und so. Wir haben Pläne für die Zukunft und es ist ein langwieriger Prozess. Weißt du, du magst in diesem Jahr auf Tour sein und "Carnival of Rust" promoten, vielleicht auch noch nächstes Jahr. Danach werden wir ins Studio gehen und das dritte Album aufnehmen. Aber da bleibt die Idee und wir arbeiten daran.
Olli: Immer, wenn wir freie Zeit haben, nutzen wir diese, um etwas zu schaffen. Also immer, wenn wir die Gelegenheit haben, nutzen wir diese. Es ist recht einfach, denn wir haben unser eigenes Studio. Jedes Mal, wenn wir fünf Minuten erübrigen können, gehen wir dort hin und arbeiten an den Aufnahmen.
finnbands: Wenn ihr neue Songs schreibt, wie entwickelt sich bei euch ein Lied von der ersten Idee bis zum fertigen Song?
Marko: Oh, durch Kämpfe und Diskussionen und so!
Normalerweise beginnt es mit… einer von uns hat eine Idee und erweckt damit die Musik in uns anderen. Meistens bin ich das, denn ich mache die Gesangsmelodien und schreiben die Lyrics und so weiter. Normalerweise bin ich derjenige, der am Anfang eines Songs am meisten arbeitet. Und Olli.. Olli spielt Gitarre und ich beginne etwas zu singen und von dort an entwickelt es sich, bis der Song eine Struktur hat und wir wissen, wo es hinführen wird. Dann gehen wir damit zu Captain - sein Wohnzimmer ist unser Studio. Wir beginnen, gemeinsam an dem Song zu arbeiten. Wir arrangieren ihn zusammen, bevor wir ihn an Captain übergeben. Er hat zu der Zeit bereits eine Menge Ideen, wenn ihm der Song gefällt, und er gibt dem Song seine eigene Note. Er mixt ihn und produziert ihn. Dann hören wir ihn uns gemeinsam an. Wenn es etwas gibt, was uns nicht gefällt, machen wir das Ganze noch einmal. So geht das eine ganze Weile, bis wir wissen, was wir von dem Song wollen. Wir arbeiten einfach daran, weißt du, wir optimieren, bis wir ans Ziel kommen. So geht es immer vorwärts. Weißt du, du hast einen winzig kleinen Moment der Offenbarung und eine Idee zu einem Song. Dann beginnst du, dir selbst zuzuhören bis du weißt, wie der Song sich anhören soll. Du findest es einfach. So als würdest du es aus dem Instrument herausziehen. Das ist alles. Das hört sich jetzt einfach an, aber manchmal dauert es Monate, nur einen Song zu machen.
finnbands: Wo liegen eure musikalischen Wurzeln? Und wen würdet ihr als eure Idole bezeichnen?
Marko: Meine musikalischen Wurzeln? Meine Mutter sang mir vor als ich ein Kind war. Sie rockt!
*alle lachen*
Olli: Meine Mutter hörte Shostakovits während der Schwangerschaft. Sie erzählt mir diese Geschichte immer wieder. Dort sind sehr ruhige Passagen… Also die Sinfonie über den Krieg, wo Moskau angegriffen wird, da ist dieser ruhige Moment, wo jeder auf die große Explosion wartet, könnte man sagen. Und wenn die Explosion kam, habe ich sie immer getreten. Das ist meine musikalische Wurzel.
*alle lachen*
finnbands: Ja, das ist eine gute Geschichte!
Olli: Yeah!
Captain: Hm, meine Eltern hörten viel Klassik und Rock und eigentlich alle Arten von Musik, Jazz…. Das ist vielleicht das, was ich auch mag *grinst*
Marko: Daraus kannst du schließen, dass wir bereits als kleine Kinder von der Musik beeinflusst wurden. Als wir aufwuchsen… Olli wuchs mit viel Jazz und Gitarren auf. Captain mit einer Menge Pink Floyd und Depeche Mode, Dance und Trance Musik, Industrial. Und ich habe den Metal. Ich hatte auch klassischen Unterricht. Weißt du, ich höre Metallica und so und wir alle hören Grunge, Pearl Jam, Alice in Chains und so. Das sind also unsere großen Einflüsse.
Und eine muss ich noch nennen: U2! Ich spielte in einer Band und alle anderen aus der Band waren große U2 Fans. Zu der Zeit kannte ich U2 nicht! Sie öffneten mir die Augen und es war wie eine Offenbarung.
finnbands: Und was sind eure musikalischen Ziele?
Marko: Gut zu sein. So gut wie möglich zu sein. Manche Leute sagen, ich wäre ein toller Sänger, aber ich weiß, wo ich stehe, wenn ich einen wirklich großartigen Sänger sehe. Dafür werde ich arbeiten, vielleicht werde ich mein ganzes Leben lernen zu singen.
finnbands: Wo meint ihr, liegt der Sinn darin, Musiker zu sein? Liegt er darin, möglichst viele Platten zu verkaufen und Auszeichnungen zu bekommen, oder ist Erfolg nicht alles und das was zählt, ist das Leben für die Musik?
Marko: Es ist mehr das Leben für die Musik. Wir machen das nicht für die Auszeichnungen. Es gab eine Menge Feierlichkeiten und wir haben einige Awards gewonnen, und das ist toll. Man kann da gut mit arbeiten, denn du kannst sagen, dass du diesen oder jenen Award gewonnen hast. Aber ursprünglich haben wir das nicht aus dem Grunde gemacht. Dann hätten wir es aus den falschen Gründen gemacht. Wir machen Musik, weil wir unser ganzes Leben nichts anderes gemacht haben. Und es gibt nichts anderes, was wir machen könnten. Ich meine, klar, ich könnte jede andere Arbeit machen. Ich könnte alles sein, aber ich wäre damit nicht glücklich. Jetzt im Moment jedenfalls nicht. Wenn ich keine Musik hätte, ginge es mir wohl sehr schlecht. Vielleicht wäre ich dann tot oder so *grinst*
finnbands: Was wäre dein Job - also du sagtest, du wärest tot, aber das wärst du sicher nicht. Also was wäre dein Job, wenn du kein erfolgreicher Musiker wärst?
Marko: Es hätte etwas mit Heilen zu tun. Das muss es einfach. Das ist auch etwas, was wir mit unserer Musik machen. Wir betrachten es als einen Teil des guten Gewissens, den Leuten etwas zu geben.
Es ist nicht nur Nehmen. Natürlich bekommst du etwas von den Leuten, aber du musst auch alles geben, was du kannst. Also würde es wahrscheinlich etwas mit Heilen zu tun haben. Ich habe Akupunktur studiert, das wäre es wahrscheinlich. *schaut in die Kamera* Habt ihr Angst vor Nadeln?
*alle lachen*
finnbands: Was meint ihr, ist das größte Vorurteil Musikern gegenüber?
Marko: Die Genres! Genres sind große Vorurteile. Die Menschen müssen immer alles kategorisieren, das ist ganz natürlich. Die Leute müssen ein Wort für alles haben, damit sie sehen können, wie die Welt ist. Wir sind eine Rockband, aber wir kategorisieren unsere Musik nicht. Wir machen einfach das, was wir tun. Manche Songs, die wir schreiben, gehen an andere Künstler, denn sie sind keine Poets of the Fall Musik. Wir machen alles, was man an Musik machen kann. Und das ist das, was die Majorlabels aus den Köpfen der Leute heraus bekommen wollen. Genres limitieren dich nur. Ich will nicht sagen, dass ich ein Funk-Punk-New Grunge Artist bin, dann könnte ich nur Musik in einem sehr eng gesteckten Rahmen schreiben. Das wäre ganz schön dumm. Ich will einfach nur Musik machen. Musik ist Musik und nichts anderes. Ja, ich denke, das ist die Hauptsache.
finnbands: Ja, das sehen wir genau so!
finnbands: Derzeit sind finnische Bands weltweit sehr beliebt. Habt ihr eine Idee, was der Grund dafür sein könnte?
Marko: Ich denke, alles hat seine Zeit. Finnland bringt seine Bands erst seit ein paar Jahren raus. Vielleicht ein Jahrzehnt. Eine Sache ist, dass wir ein bisschen Zeit brauchten um zu bemerken, dass wir genug Talent haben, über die Grenzen zu schauen. Und nachdem wir einmal damit angefangen haben, läuft die Sache. Es ist gut für Finnland und die Menschen haben gesehen, dass Finnen diesen starken, energiegeladenen, emotionalen Hintergrund haben, auf den sie sich verlassen und aus dem sie ihre Stärke ziehen können. Finnland produziert richtig gute Musik und richtig gute Bands. Aber es dauerte lange, bis Finnland etwas heraus brachte.
finnbands: Glaubt ihr, dass es einen Unterschied zwischen der Deutschen und der Finnischen Kultur gibt?
Marko: Hm, ich glaube, sie sind sich ziemlich ähnlich! Ich habe jetzt ein bisschen gesehen, aber ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Also kann ich da nicht wirklich etwas zu sagen. Aber was ich gesehen habe ist, dass die Deutschen ein bisschen offener und relaxter sind. Wisst ihr, wenn sie zu den Konzerten kommen, sind sie…. Also, wir sind zum ersten Mal hier und die Shows sind genauso wie in Finnland. Und wir sind ziemlich groß in Finnland. Wir hatten also echt tolle Konzerte dort. Aber als wir herkamen, waren die Leute *er wirft seine Arme in die Luft*… Sie kennen die Songs nicht, aber sie nehmen ihre Hände hoch und sie schreien und sie springen und sie sind wild!
Captain: Ja, das ist ein großer Unterschied zu Finnland.
finnbands: Ja, in Finnland stehen die Leute nur rum, auch wenn sie noch so große Fans sind.
Marko: Ja genau!
*alle lachen*
finnbands: Kennt ihr deutsche Musik?
Marko: Ja, wir kennen Rammstein. Sie sind richtig gut! Ich mag sie *grinst*
Olli: Scooter.
*alle lachen*
Olli: Ja, wirklich!
Marko: Ja, er mag sie.
Captain: Er mag Scooter tatsächlich.
Olli: Er ist cool, wirklich!
Marko: Als ich noch jünger war, habe ich viel The Scorpions gehört.
Olli: Oh ja, Scorpions waren wohl meine erste Rockband.
Marko: Ich wollte immer eine Stimme wie Klaus Meine haben.
Olli: Und sie machen wirklich gute Rocksongs. Richtig gut. Ich habe etwa fünf Alben von ihnen. Und sie alle sind richig gut!
Marko: Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum wir Balladen auf unseren Alben haben. Wir haben viele Balladen gemacht, weil wir viel die Balladen von The Scorpions gehört haben, beispielsweise "When the smoke is going down" und "Still loving you" und andere Sachen. Das sind wundervolle Songs.
Captain: Sie sind Klassiker!
finnbands: Gibt es etwas, was ihr wirklich vermisst, so lange ihr auf Tour seid?
Olli: Zu Hause!
Marko: Schlaf!
Ich bin vorhin fast eingeschlagen, als ihr kamt. Ich war im Backstage und da war diese Couch. Und ich dachte, oh, ein Sofa. Ich setze mich und *macht Schnarchgeräusche*
*alle lachen*
Niina: Oh, das tut uns leid!
Marko: Ne, schon ok. Sami, unser Manager, kam rein und sagte, dass ihr da seid, also wachte ich auf. Vielleicht kann ich meine Stimme nachher öffnen, bevor wir auf die Bühne gehen.
Olli: Ja, und natürlich vermissen wir zu Hause und Dinge aus dem zu Hause. Und immer, wenn wir außerhalb Finnlands sind, vermissen wir das finnische Essen und finnischen Salmiakki.
Captain: Wirklich? Finnisches Essen?
Marko: Finnisches Essen? Was? Laskisausi?
Olli: Nein, ich koche selbst und ich vermisse mein eigenes Essen!
Marko: Du vermisst also deine Küche?
Olli: Ja genau, ich vermisse meine Küche.
Captain: Ich muss sagen, dass das Essen sehr gut war!
Olli: Ja, es war ausgezeichnet! Ich glaube, das ist eine der Gemeinsamkeiten zwischen Finnland und Deutschland. Das Essen ist sehr ähnlich.
Marko: Wir haben eine Menge italienisches Essen in Finnland. Viel Pizza. Eigentlich kann man sagen, dass finnisches Essen italienisches Essen ist.
Captain: Ja wirklich!
finnbands: Wie sieht bei euch ein normaler Tourtag aus? Und wie würde der perfekte Tag auf Tour aussehen?
Marko: Der perfekte Tag.... Einen durchschnittlichen Tag beginnst du um 10 oder 11 am Morgen. Besonders, wenn man nachts im Bus schläft, stehen wir so um 10 / 11 auf. Und wenn wir an einem anderen Ort sind… Als wir nach Hamburg kamen, sind wir ein bisschen spazieren gegangen, während unsere Techniker sich um unsere Sachen kümmerten. Dann hatten wir Soundcheck und haben etwas gegessen, wir haben Interviews und dann essen wir wieder. Danach gehen wir auf die Bühne und machen die Show. Der perfekte Tag endet, wenn wir eine richtig gute Show haben. Das ist die Hauptsache, wenn 24 Stunden Arbeit in der Liveshow gipfeln. Wenn alles gut geht, war es das wert.
finnbands: Wenn ihr euch einmal an all die vergangenen Gigs zurück erinnert, welcher war der beste und welcher war der schlechteste von allen?
Marko: Das kann man nicht wirklich sagen. Wir haben eine Menge gute Erfahrungen gemacht und eine Menge gute Erinnerungen. Und wir haben… wie letztes Jahr, das war ein tolles Jahr. Wir hatten wahnsinnig viele Leute und ausverkaufte Konzerte und so. Das gibt dir ein gutes Gefühl, dass die Sache rollt. Manchmal gehen auch Sachen schief, irgendetwas geht kaputt. Einmal ist Olli gesprungen und ist mit dem Kopf an eine Lampe gestoßen oder einmal ist ihm die Gitarre kaputt gegangen und er konnte nicht mehr spielen. Aber diese Dinge sind nun Vergangenheit und wir können darüber lachen. Jetzt passen wir einfach besser auf. Es macht eigentlich nichts, wenn etwas auf der Bühne passiert, wir machen einfach weiter. Du musst das Beste draus machen. Und wenn du die schwierigen Situationen meisterst, wirst du besser.
finnbands: Gibt es eine Frage, die ihr hasst?
Captain: Ja, diese!
*alle lachen*
Marko: Die Superlative. Diese… was ist dein Lieblings… was ist das Beste, diese Sachen. Die kann man nicht so leicht beantworten, denn wir haben nicht wirklich ein Lieblings- oder bestes Ding. Aber ansonsten gibt es keine Frage, die wir hassen.
Ich meine, wir werden immer wieder die gleichen Sachen gefragt, immer und immer wieder. Man gewöhnt sich daran und es stört dich nicht mehr.
finnbands: Und gibt es eine Frage, die ihr schon immer einmal gestellt bekommen wolltet, die euch aber noch niemand gefragt hat?
Captain: Oh, das ist eine gute Frage! Welche Software benutzt du, um einen Song zu produzieren?
*alle lachen*
Marko: Das ist genau der Grund, warum du keine Interviews machst!
Captain: Niemand interessiert sich für die technischen Details, mit denen ich mich am besten auskenne. Aber das ist ok!
Marko: Ich habe diese Fragen einige Male gestellt bekommen, aber ich kenne die technischen Details der Programme nicht. Also verweise ich die Leute immer zu Captain.
Aber ich weiß es nicht. Wir sind eine Menge Dinge gefragt worden, auch eine Menge gute Sachen. Besonders die, über die Message, die wir haben. Ob wir ein Motto haben, oder was wir den Leuten sagen wollen. Manchmal wirst du richtig gute Sachen gefragt, wie "was wollt ihr den Leuten sagen", "was ist das Gute an diesem oder das Schlechte an jenem" und dann fällt dir einfach nichts ein. Es ist so wie *guckt in die Luft* ähm, hm, äh
finnbands: Welche Person wolltet ihr heiraten, als ihr noch Kinder wart?
Marko: Wen wollte ich heiraten, als ich ein Kind war? Ähm… das ist so eine Frage! Ich wollte vielleicht gar nicht heiraten, als ich ein Kind war. Ich wollte immer Peter Pan sein, aber ich wollte ihn nicht heiraten, ich wollte nur er sein!
Captain: Ich war noch nicht alt genug, um heiraten zu wollen! *lacht*
Marko: Ja, genau!
finnbands: Ok, das war's! Ihr habt das letzte Wort, das ihr an eure Fans richten könnt, vielleicht sogar in Deutsch?
Olli: "Wie geht's?"
Marko: Ich wünschte, ich könnte mehr Deutsch. Wir haben die Sprache nie gelernt.
Olli: Oh doch, ich habe Deutsch gelernt!
Marko: Hast du?
Olli: Ja, fünf Jahre lang!
Marko: Oh, ich hatte fünf Jahre Französisch!
Olli: Es ist nur, man spricht das so wenig, also vergisst du es. Also jedes Mal, oder besser gesagt, jeden Tag, den ich hier bin, lerne ich ein bisschen und finde einige Worte in meiner Erinnerung wieder.
Marko: Oh, ich hätte da etwas, was ich sagen möchte! Unser Album "Carnival of Rust" erscheint am 20. April 2007. Also: geht in die Läden, bestellt eures jetzt schon vor. Ok? Klasse! Und ich will euch wirklich sehen, wenn wir das nächste Mal hier auf Tour sind!
Marko: Cool! Danke! Das war gut!
finnbands: Wir danken euch!
www.poetsofthefall.com
Hamburg, 26. April 2007
Interview by Niina and scandia © finnbands.com