Emailinterview mit Everything on Black




Thanks to Antti, who took the time to answer this questions


finnbands: 1. Einige Leute in Deutschland kennen euch vielleicht nicht, könntet ihr eure Band daher in ein paar Sätzen vorstellen? Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Antti: Hi, wir sind Everything on Black aus London. Wir kommen aus Finnland, Schweden und Italien und haben unsere Heimat in England gefunden. In unserer Musik geht es um die Schattenseiten von Beziehungen, wie z.B. Eifersucht, Verrat, Vertrauensverlust, etc.
Wir sind aber eigentlich sehr fröhliche Menschen, besonders unser verrückter, schwedischer Gitarrist Henrik.

finnbands: 2. Nun könnt ihr für euch selbst ein bisschen Werbung machen: Was ist das Besondere an eurer Band, das euch von anderen Bands mit einem (vielleicht) ähnlichen Sound unterscheidet?
Antti: Nun... wir sind einzigartig, da wir alle aus verschiedenen Kulturen kommen und einen unterschiedlichen Hintergrund haben, trotzdem verstehen wir uns so, als würden wir uns schon seit der Kindheit kennen. Wir haben alle die gleichen Ansichten, ganz gleich aus welchem Teil dieser Welt wir kommen. Hier in London ist es meiner Meinung nach leichter im Wettbewerb mit den anderen Bands, denn nur wenige von ihnen stehen wirklich hinter dem was sie tun. Hier geht es nur um Haarschnitte und Trends, doch wir haben nur ein Interesse an der Musik. Alle unsere Lieder handeln vom wahren Leben und echten Gefühlen. Wir wollten nie eine Indie-Band sein.

finnbands: 3. Reden wir einmal über musikalische Wurzeln: Ihr habt Bands wie Placebo, Nirvana und The Cure als Beispiele genannt, die eure Art der Musik beeinflusst haben. Warum gerade diese Bands? Habt ihr sie gewählt wegen ihres Erfolgs und ihrer Rolle als Wegbereiter im Musikbusiness oder mögt ihr einfach nur ihre Musik?
Antti: Wir sind alle mit Bands wie Metallica oder den Sex Pistols aufgewachsen…Zu der Zeit, in der wir unsere Instrumente erlernten, waren Nirvana einfach eine perfekte Band mit der passenden Einstellung und dann kamen U2, die mich zum Singen inspirierten. Placebo lernte ich kurz nach meinem Umzug nach London kennen und ich mochte ihren kantigen Gitarrensound, der mich an Sonic Youth und ähnliches erinnerte. Ich mag diese Akkorde und wenn man sie mit einer netten Melodie mixen kann, dann hat man Everything on Black.

finnbands: 4. Beschreib doch bitte jedes Bandmitglied in fünf Worten…
Antti: Filippo: "Italienischer Mafiosie mit Drumsticks", Henrik: "Schwede mit einer finnischen Seele."
Ps: Wir haben auch jemanden, der für uns Bass spielt, aber darüber erzähl ich euch mehr, wenn es an der Zeit ist.

finnbands: 5. Wie habt ihr euch gefühlt, nachdem ihr euren Plattenvertrag unterzeichnet hattet und was habt ihr direkt im Anschluss getan?
Antti: Wir fühlten uns großartig. Es hätte auch zu keinem besseren Zeitpunkt sein können. Wir waren absolut bereit!! Wir machten weiter und ließen uns nicht von unseren Unsicherheiten beeinflussen... und schließlich wurden wir belohnt.

finnbands: 6. Wie entsteht ein Song normaler Weise? Vielleicht könntet ihr uns ein bisschen mehr über den gesamten Prozess verraten...
Antti: Ich sitze in meinem Zimmer mit meinem Diktiergerät, spiele Akkustikgitarre und schreibe Ideen auf. Zuerst entsteht immer die Musik und dann die Texte…wenn sich der Song ein bisschen entwickelt hat, dann stell ich ihn Henrik vor. Er hilft dann beim Arrangement des Songs und fügt seine genialen Gitarrenriffs hinzu... dann gehen wir in unseren Proberaum und arbeiten am Rhythmus und bang!! Ich setze mich nie unter Druck beim Schreiben…denn es soll ja authentisch sein!

finnbands: 7. Die Aufnahmen zu eurem ersten Album liegen noch nicht so lange zurück. Könnt ihr uns etwas über die Zeit im Studio berichten?
Antti: Es war eine sehr gute Erfahrung! John Fryer (Produzent) ist ein großartiger Typ. Jemand dem man sowohl auf kreativer, als auch auf persönlicher Ebene voll vertrauen kann - was sehr selten im Musikbusiness ist. Wir haben alle Tracks in 7 Tagen aufgenommen und ich glaube, John hat weitere drei Wochen mit dem Mixen in einem anderen Studio verbracht. Er hat definitiv etwas Spezielles aus uns heraus geholt, von dem wir nicht einmal wussten, dass wir es besitzen. Ich persönlich war sehr dankbar für seine Art, mich durch den Prozess des Singens zu führen. Er komplettierte den Sound von Everything on Black!

finnbands: 8. "Stain" ist bereits veröffentlicht. Was können die Leute, die sich die Platte bisher noch nicht gekauft haben, von eurem Debütalbum erwarten?
Antti: Erwartet gute Lieder mit einer düsteren Umrandung. Es ist ein dunkles Album, besitzt aber auch lichte Momente. Es ist voll Freude und doch unglücklich. Es thematisiert die Hoffnung, die manchmal einfach abhanden kommt, doch dann erwachst du am nächsten Morgen und fühlst dich tatsächlich ok. Es ist kein schweres Hören und viele Menschen mögen das Album. Es ist ein sehr persönliches Album…hoffentlich können sich die Leute damit identifizieren.

finnbands: 9. Welches Lied magst du am meisten auf eurem neuen Album und warum ist es so besonders für dich?
Antti: Hmmm. Ich mag sie alle…Sie sind alle meine Babys…vielleicht "Following My Dreams", weil es mich in die Zeit zurück bringt, in der ich meinen Plattenspieler, meine CD´s und so ziemlich alles was ich damals besessen habe, verkaufte, ins "President Casino In Helsinki" ging und alles auf Schwarz setzte. Und ratet mal was passierte…am nächsten Tag befand ich mich im Flieger nach London.

finnbands: 10. Wie sieht es mit Konzerten und Touren aus? Habt ihr irgendetwas geplant, wovon ihr uns schon erzählen könnt?
Antti: Während ich dieses Interview mache, befinden wir uns schon fast auf dem Weg nach Finnland für ein paar Termine und ich kann es kaum erwarten in meiner Heimatstadt Helsinki zu spielen. Danach fliegen wir zurück nach London und spielen noch ein paar eigene Shows. Im nächsten Jahr kommen wir nach Deutschland, versprochen. Wir leben für live Auftritte!

finnbands: 11. Ihr könnt euch bestimmt noch an eurer erstes Konzert überhaupt erinnern. Welche Erinnerungen habt ihr an diesen Meilenstein in eurer musikalischen Entwicklung?
Antti: Den ersten Gig den ich je gesehen habe, war ein Auftritt der Folk Band meines Großvaters... möge er in Frieden ruhen!! Er war ein großartiger Geigen- und Akkordeonspieler. Ein Auftritt, der mein Leben veränderte, war der einer mallorcinischen Band namens "Satellites" im Londoner Barfly. Sie waren einfach großartig und sind es noch heute! Sie haben mich über all die Jahre beeinflusst, mehr als jede andere Band. Keiner kennt sie, weil sie zu sehr im Underground sind... haha, vielleicht ändert sich das ja eines Tages.

finnbands: 12. Erzähl uns doch bitte etwas über die Zeit vor einem Konzert. Habt ihr irgendwelche Rituale oder macht ihr verrückte Sachen, die keiner außer der Crew und der Band verstehen könnte?
Antti: Wir sind ziemlich ruhig, versuchen uns nicht zu betrinken, aber wir öffnen die Whiskeyflasche kurz bevor wir die Bühne betreten, um einen extra Kick zu bekommen. Jeder Auftritt ist eine große Nacht für uns!

finnbands: 13. Was haltet ihr von finnischer Musik im Allgemeinen und anderen Bands aus Finnland?
Antti: Finnische Bands sind klasse! Der Kreis finnischer Musik ist sehr klein, aber engagiert sich zu 100%. Ich bin so froh, dass ein paar finnische Bands es in den letzten Jahren geschafft haben und es wird auch in den nächsten Jahren immer mehr neue Bands aus Finnland geben.

finnbands: 14. Kennt ihr deutsche Bands? Gibt es eine Band aus Deutschland, die ihr wirklich mögt und deren Musik ihr oft hört?
Antti: Ich liebe eine Band names "Notwist". Sie waren vor ein paar Jahren Support von Sonic Youth und ich verliebte mich in ihren kantigen Elektrosound. Ich mag die Bühnenshow von Rammstein und muss zugeben, dass ich mal eine Platte von den Scorpions besessen habe…

finnbands: 15. Wenn du einen Wunsch frei hättest: mit wem würdest du gerne mal zusammen arbeiten? Gibt es da jemanden?
Antti: Oh...sie sind alle tot...Jim Morrison! Vielleicht möchte ich irgendwann mal eine Kollaboration mit einigen meiner finnischen Genossen machen?

finnbands: 16. Und wie sieht es mit dem Touren aus? Gibt es da eine bestimmte Band mit der ihr gern einmal die Bühne teilen würdet?
Antti: Aus künstlerischer Sicht sind wir sehr zufrieden, da wir bereits mehrere Male mit den Satellites spielen durften... aber ich würde eines Tages gern mit Depeche Mode oder The Cure auf der Bühne stehen... oder Placebo... wir werden sehen.

finnbands: 17. Was denkt ihr über das Internet? Ist es eine nützliche Erfindung oder reine Zeitverschwendung?
Antti: Ich denke, dass es ein großartiges Werkzeug ist, besonders für Bands wie uns mit einem kleinen Label. Es ist ein toller Weg, um auf neue Bands aufmerksam zu machen und wenn sie sagen, dass es vor fünf Jahren die Zukunft war, dann sage ich, dass es immer die Zukunft sein wird. Manchmal entfremdet es uns vom wahren Leben und uns als Personen, aber fuck it…alles hat eine negative Seite, sogar die Liebe!

finnbands: 18. Denkst du, dass Websites wie finnbands.com wirklich dabei helfen können, (hauptsächlich) unbekannte Bands aus Finnland in Deutschland zu promoten?
Antti: Sicher! Ich bin mir sicher, dass all diese finnischen Bands sich bereits in euch verliebt haben und eure Arbeit wirklich respektieren! Ihr nehmt nichts dafür und tut es nur aus der Liebe zur Musik, was großartig ist!! Ihr tut es aus dem gleichen Grund, wie die Bands selbst.

finnbands: 19. Letzte Worte? Vielleicht gibt es ja eine Frage, die ihr in diesem Interview vermisst habt und schon immer mal beantworten wolltet?
Antti: Thanks Anna end everyone in Finnnbands.com!!!
CU soon, Love Antti


everythingonblack.com


23. Oktober 2006
Interview by Anna © finnbands.com

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