Naked - Superstate

Juhanna Kustannus Oy
15. August 2007 (Finnlandrelease)

1. Scream
2. Break Free
3. Feast Like A King
4. No One's Perfect
5. Marching Day
6. Black Cat
7. Rock You
8. Nothing But The Truth
9. I Get It
10. Down Boy
11. Wide Open
12. Save The Day
13. Superstate


Nach "This One Goes To Eleven" (2004) und "Let's Get Naked…And Start A Revolution" (2006) mit bisher zwei finnischen Top 5 Singles ist "Superstate" bereits Nakeds drittes Ablum.
Ende 2006 wurde "Bassmonster" Ilari in die Band geholt und kurz danach sollte das stärkste, punkigste, wildeste und auch lächerlichste Album "Superstate" aufgenommen werden.
War man den Sommer über in Finnland, wurde man zwangsläufig mit dem neuen Werk konfrontiert, fand man doch überall die das Album ankündigenden Sticker. Aber hat sich die Arbeit des Streetteams gelohnt und hält die CD auch, was die Bio verspricht?


Der Opener "Scream" sollte den Myspacenutzern unter uns bereits als Clip vom offiziellen Naked Myspace bekannt sein, auf "Superstate" wird uns nun der komplette Song vorgestellt. Es ist nicht so ganz der Kracher, den ich nach dem Clip erwartete, was aber daran liegt, dass mir bisher nur der Refrain bekannt war und dieser gefällt mir noch immer gut. Die Strophen behagen mir beim zweiten Hören auch - nach meinem überwundenen Schock, weil ich einfach etwas anderes erwartet hatte - und bewirken, dass ich mich auf den Rest des Albums freue. Immerhin ist dies mein erstes Album von Naked, das ich komplett hören darf und so ist noch nicht ganz klar, worauf ich mich einließ!
Das Stück beginnt mit einem Gitarrensolo, in welches die Drums einsetzen bis auch die Vocals und der Bass hinzukommen und sich der Song zum Refrain hin steigert, um in der zweiten Strophe den gleichen Aufbau zu finden. Gute und abwechslungsreiche Gitarrenparts lassen über die besonders in den Strophen eintönigen Drums hinweghören, die mir zu sehr im Vordergrund stehen.
"Break Free" ist ein Song, in den ich mich hineinhören musste. Aber nach einiger Zeit gewöhnte ich mich tatsächlich an die quietschenden Vocals und konnte die Partystimmung in mich aufnehmen. Dabei sollte man jedoch über die nicht wirklich abwechslungsreichen oder innovatien Lyrics hinweghören. Es ist fraglich, ob genau diese bei Stimmungsmusik tiefsinnig sein sollten oder einfach nur "irgendwie vorhanden".
"Feast Like A King" ist der erste Song des Albums, bei dem ich von Beginn an sagen kann, dass er toll ist. Die Gitarrenparts gefallen mir hier besonders - vom spielerischen Punkt aus betrachtet, aber ein bisschen tiefere Töne wären noch besser. Eingezählt wird der Song von Drummer Mr Tikka, sodass nach einem Takt die drei Kollegen gleichzeitig einsetzen können. Der Titel ist rockiger und härter als die beiden Vorgänger, verliert dabei aber nicht die Gute-Laune-Stimmung und wird sicher ein Song sein, bei dem live die Post abgeht.
Die erste Singelauskopplung "No One's Perfect" war ein Lied, das mich beim ersten Hören vor vielen Wochen direkt vom Hocker riss und bei dem ich mich fragte, was mit den mir bisher bekannten Naked (was ungefähr den Song "Let's get naked" beinhaltete) geworden war, war doch dieser Song so viel besser! Allerdings soll dies nicht heißen, dass ich mich irgendwann an die quietschende Stimme von The Muff gewöhnen könnte. Dafür gefallen mir Gitarre und Bass, am Anfang auch das Keyboard, sowie die Melodie gesamt gesehen und auch die Lyrics und es ist nun einmal so: "No one's perfect me included"! Ich mag den Song und ich weiß nicht warum! Finnbands-Kennern und Myspacenutzern sollte der Song als Soundadvice bekannt sein.
"Come on and join the parade!" ist die erste Zeile von "Marching Day", bevor die Instrumente einsetzten und die Vocals untermalen. Und genau diese Worte reißen einen mit, lassen einen im Takt wippen und verleiten zum rocken. "Get naked tonight!" Ich glaube, dieser Song könnte mich doch noch davon überzeugen, dass das Album insgesamt gar nicht so schlecht ist.
"Black Cat" ist wesentlich ruhiger und holt einen wieder herunter von der innerlichen Party, bei der man eine wilde Sohle aufs Pakett legte. Allerdings scheint dieser Song keiner Regel zu folgen. Ein tatsächlicher Aufbau ist nicht zu erkennen, es gibt keine Strophen und keine Refrains - aber wiederkehrende Teile der Lyrics. Möglicherweise steckt ein tieferer Sinn hinter diesem Song, aber diesen habe ich noch nicht erkannt. Ein bisschen überkommt mich der Eindruck, die Vier befinden sich im Probenraum und jeder macht sein Ding…
"Rock You" ist der einzige Song, an dem Bassist Ilari mitschrieb und da er Veränderungen in die Band eingebracht haben soll, hatte ich hohe Erwartungen - die auch erfüllt wurden. Nicht umsonst heißt dieser Song "Rock You", denn er rockt so richtig - und das von Beginn an. Harte Klänge der Instrumente bis der Gesang wesentlich weniger quietschend als bisher einsetzt, sich die Spannung immer mehr steigert und sich zum Ende des Stücks alles in ein großes Chaos zu verwandeln scheint. Ilari sollte wesentlich mehr Songs schreiben - und was die Lyrics angeht, etwas üben! Aber wer Musik wie die von Naked hört, interessiert sich wohl sowieso nicht für Lyrics.
"Nothing But The Truth" bietet ganz unerwartete, ruhige Töne einer akustischen Gitarre. Allerdings vermisse ich ein bisschen die Melodie in den Gesangslinien innerhalb der Strophen, die dafür im rockigen Refrain vorhanden sind, welcher es auch schafft, mich noch beim ersten Durchhören positiv zu stimmen. Außerdem sind wohl zum ersten Mal die Lyrics beeindruckend tiefgängig! Dieser Song bohrt sich dermaßen ins Gehirn, dass ich ihn tatsächlich mag!
Mit viel Bass beginnt "I Get It", bevor nach und nach Gitarre, Schlagzeug und Gesang einsetzten. Dies ist einer der melodiöseren Stücke des Albums mit schönen Basslines und guten Gitarrenparts. Aber ganz ernsthaft kann ich bis zu diesem Punkt des Albums weder zu den Drums noch zum Gesang etwas wirklich Positives sagen. Dennoch bleibt auch dieser Song wieder im Ohr hängen - auch noch, als "Down Boy" bereits begonnen hat. "Down Boy" ist einer weiterer Song im Naked Stil dieser Platte, der nicht unbedingt zwischen den anderen hervorsticht.
"Wide Open" weist im Vergleich zu den Strophen einen weitaus eingängigeren Refrain auf, aber stellenweise bekomme ich doch noch den Eindruck, dass Naked ein wenig Einfallsreichtum in ihrem Drumming aufweisen können, denn an einigen Stellen in "Wide Open" klingt es gar nicht so schlecht - leider ist es dennoch nicht außergewöhnlich.
"Save The Day" beginnt mit Drums, die aber bis zum Refrain fast nervig eintönig sind, und auch nach diesem nicht angenehmer werden. Der Refrain selbst ist jedoch rockig und gitarrenbetont. Zum Ende hin werden Klavier und Geige bemüht und es hört sich hintergründig bald so an wie in einem amerikanischen Bürgerkriegsfilm, wenn sich die Schlachtreihen formieren. Dies findet auch seine Fortsetzung im Titeltrack "Superstate", den man als orchestrales und instrumentales Outro bezeichnen könnte, in dem auch noch eine Trompete zum Einsatz kommt, wodurch der leichte Marschmusikcharakter verstärkt wird. Eigentlich passt dieser Track so ganz und gar nicht zum Rest des Albums, aber ich könnte ihn mir gut als Intro vor einer Liveshow vorstellen.


Let's get naked, start a revolution - if you like! Habt eine Wahnsinnsparty zu diesen Songs, egal wie bekleidet oder auch nicht - aber denkt nicht weiter darüber nach! Diese CD jagte mir unzählige Schauer über den Rücken, die mit Sicherheit alles andere als behaglich waren, aber man kann sich wirklich dran gewöhnen. Und 43:04' können verdammt lang sein!
Steht ein Konzert an, sollte man sich dies sicher nicht entgehen lassen. Was die Retortenversion angeht... muss man diese Art von Musik mögen, um die CD zu seinem Liebling werden zu lassen!


nakedonline.net

August 2007
Niina © finnbands.com

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