Profane Omen - Disconnected

Dethrone Music
3. Oktober 2007



1. Intro
2. Disconnected
3. In fear
4. Breed suffocation, breed extinction
5. Learning to die
6. Slave to the grind (Skid Row -cover)
7. Wild child (W.A.S.P.-cover)


Das Intro fängt mit Rauschen an und man hat das Gefühl, als würde jemand im Radio einen Sender suchen. Plötzlich begrüßt den Zuhörer eine freundliche Frauenstimme, doch was sie mit emotionslosem Nachrichtensprechertonfall erzählt, ist ziemlich derbe. "...This will probably be the last broadcast in the history of mankind. The governments […] have announced that 'operation termination' will be executed […] today." Noch einige andere Nettigkeiten werden erwähnt, doch man sollte sich selbst ein Bild davon machen, was dort erzählt wird. Mit knapp 2 Minuten ist dieser gesprochene Text jedoch relativ lang und wird nach mehrmaligem Hören langweilig.

Der letzte Satz dieser fiktiven Radiodurchsage ist zugleich der Beginn von ‚Disconnected'. "From now on it's total fucking darkness", gibt den Einsatz für die von Anfang an mit viel Härte daher kommende Musik. Die Mischung aus Thrash-, etwas Hardcore und Nu-Metal, die der Fünfer abliefert, macht von Anfang an Spaß. Was schon beim ersten Song auffällt, ist die stimmliche Bandbreite von Jules Näveri, der sowohl variantenreiches Growling/Shouting als auch gute Cleanvocals drauf hat.

Beim zweiten Song ‚In fear' legen die Herren noch mal einen Zahn zu. Der Song ist Aggression pur, doch trotzdem alles andere als stumpfsinniges Geprügel.

‚Breed suffocation, breed extinction' hat weniger Tempo, dafür mehr Melodie, kurze schon fast prog-artig anmutende Gitarreneinlagen und es kommt eine weibliche Stimme zum Einsatz, die nicht so ganz nach meinem persönlichen Geschmack ist. Insgesamt der schwächste Song.

Bei der letzten Eigenkomposition auf der EP‚Learning to die' wird kräftig der Fuß vom Gas genommen. Sie beginnt mit einem schon beinahe sphärisch anmutendem Intro und unterscheidet sich im Gesamten stark vom restlichen Material. Die Cleanvocals wurden von Gastsänger Taneli Jarva beigesteuert, dessen Stimme gut mit Jules' harmoniert. In der Hälfte des Liedes wird es akustisch. In dieses Zwischenspiel steigt nach und nach wieder die volle, harte Instrumentierung ein. Gerade wegen der Intensität, die durch das gedrosselte Tempo und den Aufbau erzeugt wird, ist es für mich eines der besten Stücke des Albums.

Jetzt kommen wir laut CD-Cover zur ‚B-Seite'. Die Hyänen vergehen sich an Klassikern, heißt das Motto.
Leider ist mir ‚Slave to the grind' von Skid Row im Original nicht bekannt. Doch kann ich auch ohne diese Tatsache erkennen, dass die Jungs dem Song ihren eigenen Stempel aufgedrückt haben, in der für Profane Omen typischen, vorwärtstreibenden Art.
Das Cover von ‚Wild Child' macht Spaß. Vielleicht wäre es für einen echten W.A.S.P.- Fan ein Graus, da ich mich aber nicht zu den Selbigen zähle, find ich's gut. Auch hier gilt wie für den Vorgänger: Eine ganz eigene Interpretation.

Fazit:
Bis auf das zeitweise etwas schwächelnde ‚Breed suffocation, breed extinction' ist das Ganze durchaus hörenswert. Mit sechs Songs, vier davon aus eigener Feder und einer Gesamtspielzeit von etwa einer halben Stunde bekommt man genügend für sein Geld geboten. Wer's gerne etwas härter, in Richtung Thrash/Hardcore/Nu-Metal mag, sollte mal reinhören.


Profane Omen

November 2007
Sonia © finnbands.com

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