Script of Flood - Cue to Exit
S&P Records
26. November 2007
1. The Cure
2. Bulletproof
3. Can I?
4. I breathe my last
5. Everything
6. It's all about what you might choose
7. Bend and break
8. Replica
9. Plea
10. Another me
11. Courtesy
Was lange wehrt, wird endlich gut!
Scrip of Flood scheinen sich dieses Sprichwort an den Badezimmerspiegel gepinnt zu haben. Bereits im Juni vergangenen Jahres kündigte Gitarrist Jani Häkli ein "großartiges" Debütalbum an, doch bis zum endgültigen Release von "Cue to Exit" sollte noch einmal mehr als ein Jahr vergehen.
Die Band musste diverse Hürden überwinden, ehe ihr so lange geplantes Debütalbum den Weg in die Läden finden konnte. Lange Zeit fand man kein geeignetes Label und dann ist da auch noch die Sache mit dem Perfektionismus. Dass "Cue to Exit" von T.T Oksala (arbeitete u.a. mit HIM und Apocalyptica zusammen) produziert wurde, spricht definitiv dafür.
Doch auch die anstrengendste Reise hat einmal ein Ende und so kann man das Ergebnis dieser langen und harten Arbeit nun endlich in den Händen halten.
Wer denkt, dass es die Band um Sänger Pexi Hyvärinen ruhig und gemütlich angehen lässt, sollte sich direkt zu Beginn die Ohren zu halten und darauf warten, dass "The Cure" zu Ende geht. Script of Flood begrüßen ihre Hörer mit einem schnellen Instrumentenensemble und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Zimmerlautstärke.
Nach dem dritten Lied ist bereits klar, dass kein Track dem anderen gleicht und man sich nicht auf eine musikalische Richtung fixieren kann. Kein Instrument wird permanent hervorgehoben.
Jedes Lied weist ein anderes Muster auf und lediglich Pexi's eindrucksvolle und wandelbare Stimme verleiht dem ganzen Album eine Art Kontinuität und den gewissen Wiedererkennungswert.
Wobei sich das auch nicht verallgemeinern lässt. Mal "schreit" er und ein anderes Mal entführt er die Hörer mit seiner ruhigen Stimme in unbekannte Sphären.
Ein gutes Beispiel dafür ist, "It's all about what you might choose". Begleitet von einer Akustikgitarre und ruhigeren Melodien, hat man die aggressive Anfangsstimmung schnell vergessen.
Die erste Singleauskopplung ist "Replica" und beginnt mit tollen Drumparts. Schluss mit der kuscheligen Stimmung, die in den letzten Liedern aufgekommen ist. Dieser Titel ist in der Mitte des Albums gut platziert, da hier nun die Synths weiter in den Vordergrund treten. Es mag einen guten Grund gegeben haben, Synths zu verwenden, allerdings wäre ab "Plea" weniger, mehr gewesen.
Versöhnt werde ich mit einem Gitarrensolo in "Another me". Handgemachte Musik, die auch nach so einer klingt, ist mir nun mal doch lieber, als elektronisch erzeugte.
Das letzte Lied verspricht Gänsehaut pur. Pexi beweist ein weiteres Mal, dass er sich sowohl auf härtere als auch auf ruhigere Töne versteht. Script of Flood haben eine wunderschönes Abschlusslied geschaffen. Ein wenig erinnert "Courtesy" an HIM zu "Deep Shadows and Brilliant Highlights" - Zeiten. Und ebenso sanft und zart wie damals Herr Valo, verabschiedet sich Pexi von den Hörern und beschließt mit einer melancholischen Grundstimmung was energiegeladen begann.
Script of Flood's "Cue to Exit" ist ein wirklich gutes und abwechslungsreiches Debütalbum.
"Harter Rock, etwas Metal und viele Emotionen", heißt es in der Bandbeschreibung und genau das hat die Band geschafft. Jedes Lied steht für sich und auch nach wiederholtem Hören, gibt es neue Dinge zu entdecken.
Wenn die Band auch bei ihrem zweiten Album eine so gelungene Arbeit abliefert, mögen sie sich alle Zeit der Welt nehmen.
Was lange wehrt, IST endlich gut!
Script of Flood
Dezember 2007
puschel © finnbands.com