Poets of the Fall - Carnival of Rust

Insomniac
20.04.2007 (Deutschland Release)


"The Story of Life"

1. Fire
2. Sorry go 'Round
3. Carnival of Rust
4. Locking up the Sun
5. Gravity
6. King of Fools
7. Roses
8. Desire
9. All the Way / 4U
10. Delicious
11. Maybe tomorrow is a better day
12. Dawn


Mit dem Opener "Fire" bieten Poets of the Fall einen richtigen Kracher zum Einstieg, der einem mit energiegeladenen Melodien und beeindruckendem Gitarrensolo ein akustisches Feuerwerk auf die Ohren gibt, welches gleich zu Beginn von dem breiten musikalischen Spektrum der drei Finnen überzeugt.
"Sorry go 'Round", eine von bisher drei Singleauskopplungen dieses Albums, steuert mit seinem ruhigeren Anfang zielstrebig auf einen Refrain hin, der einen kaum still sitzen lässt. Die eingängigen Melodien setzten sich leicht fest und haben Ohrwurmgefahr.
Titeltrack "Carnival of Rust" beginnt als wunderschöne Ballade mit ansteigendem Spannungsbogen, der durch instrumentale Untermalung in den Refrains gipfelt. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, sollte man diesen Song richtig laut hören und sich einfach dahin treiben lassen.
"Locking up the Sun" beeindruckt nicht nur durch seine in den Bann ziehenden Lyrics des Refrains, in denen nach einem Held gesucht wird, wie wir ihn uns wohl alle schon lange wünschen, sondern auch durch mitreißende, eingängige Melodien, die die Gesangslinien unterstreichen. "Gravity" war für mich so etwas wie Liebe auf das erste Hören. Hielt ich vor dem ersten kompletten Durchhören der Carnival of Rust "Locking up the Sun" für einen der besten Songs dieser Zeiten, muss ich eingestehen, dass ich Gravity noch besser finde -tolle Stimme, tolle Gesangslinien, tolle Gitarre, tolle Lyrics - alles toll!
Auch bei der eher melanchonischen Ballade"King of Fools" faszinieren mich wieder die Lyrics, was sich im Übrigen durch das gesamte Album zieht. Ein schöner Midtempo Song zum Zurücklehnen, Augen schließen und träumen.
Das Intro von "Roses" erinnert mich an den Anfang von Lovex's "Halfway" - wobei ich keine Plagiatvorwürfe in die eine oder andere Richtung ausbringen möchte - denn spätestens mit der vierten Zeile der ersten Strophe ist die Ähnlichkeit vorbei und es folgt ein Wechsel der verschiedensten musikalischen Stilrichtungen. Ein vielleicht typisches Merkmal von Poets of the Fall und etwas, was ein weiteres Lieblingslied auf dem Silberling ausmacht.
Bei dem sich anschließenden "Desire" wird Markos Stimme von einer akustischen Gitarre getragen.
"All the Way / 4U" setzt einen ähnlichen Stil seines Vorgängers fort: Stimme und Gitarre stehen im Vordergrund, wobei die orchestralen Elemente im letzten Drittel wieder einen Bezug zu den anderen Songs herstellen.
Beide Songs passen nicht wirklich in den Stil ihrer Vorgänger und besonders zwei so relativ gleichartige Balladen nacheinander sind ein bisschen anstrengend. Zwei technisch gute Songs, zwei eigentlich schöne Songs, aber definitiv zwei Songs, die nicht in diese CD passen.
Aber da man heutzutage sowieso nur Songs mit Bild hört, die die Handyklingeltonwerbung unterbrechen und kaum ein Album als Gesamtkuntswerk betrachtet, ist das vielleicht nicht weiter erheblich.
"Delicious" schließt an den undefinierbaren und dennoch wieder erkennbaren rockigen Stil von Poets of the Fall an. Eine schöne Melodie der Vocals, unterstützt von Gitarre, Keyboard und Drums.
"Maybe tomorrow is a better day" beginnt wie auch schon "Roses" mit einer Art Sprechgesang während im Refrain die Vocals leicht konträr zu der Grundmelodie singen, was von kräftigen Gitarrenparts untermalt wird.
Abschließend bieten Poets of the Fall mit "Dawn" eine weitere Ballade, die zum gesamten Stil passt und das Album abrundet.

Insgesamt gesehen bietet "Carnival of Rust" eine gelungene Mischung verschiedenartiger Songs, die - bis auf zwei Ausnahmen - ein rundes Bild abgeben. Und es sind definitiv Songs dazwischen, in die man sich verhören kann!
Mein Fazit: Haben müssen!


poetsofthefall.com

April 2007
Niina © finnbands.com

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