Nitrokiss - Addicted To

Pajula Records
1. April 2007



1.Motordrug
2. It burns
3. Suck me dry
4. Beautiful Crazy
5. Addiction
6. Head against the curb
7. Midnight Chameleon
8. Restless
9. Lucy
10. Sin City



Wir kennen alle das Phänomen: Eine unbekannte Band spielt, man erwartet nichts, hört sich das Konzert an und ist hinterher so begeistert, dass man direkt anfängt zu recherchieren. In den wenigsten Fällen hält diese Begeisterung jedoch an. Ab und an passiert es aber, dass man sich auch Wochen nach diesem Konzert an die Band entsinnt und sich deren CD kauft. Nur, von dem allerersten Konzert hat man keinerlei Erinnerungen und ist überrascht, wenn man den neu erstandenen Silberling das erste Mal in den Player legt und darauf wartet, diverse Erinnerungslücken zu füllen.
So oder so ähnlich erging es mir auch und ich fragte mich bei den ersten Klängen von "Addicted to" ernsthaft, in welcher Verfassung ich auf dem Konzert gewesen war. Es klang so völlig anders, als ich es noch glaubte zu wissen. So kann man sich irren, jedoch hört man umso genauer hin.

Drumsticks werden zum Einzählen benutzt, Gitarren kommen hinzu und schließlich bringt Durden seine Stimme ins Spiel und die Freude am Rock wird in einem neu geweckt. Anders als die momentan "angesagten" düsteren Melodien ihrer Kollegen oder die eher brachialen Stücke anderer Bands, macht bereits "Motordrug" Spaß.
"It burns" verleitet nach einem kurzem Gitarren und Drumintro zum mitsingen. "It burns, it burns the way it should" brennt sich regelrecht in die Gehirnzellen. Nitrokiss haben mit diesem Lied einen hinterhältigen Ohrwurm fabriziert und ich bin umso überraschter, als das beendet geglaubte Lied durch ein Gitarrensolo noch einmal neuen Aufwind bekommt.
Das nachfolgende Lied kommt recht poppig daher. Ehe Durden mit seiner unverkennbaren Art anfängt "You suck me dry" zu singen, könnte in diesem Lied alles passieren. Eine Ballade, die im Radio gespielt wird, kommt mir als erstes in den Sinn. Die Stilrichtung scheint mir zu Beginn noch nicht ganz klar. Allerdings wendet sich das Blatt recht schnell, wenn die Gitarren endlich ins Spiel kommen.
Lied Fünf "Addiction" macht richtig Laune und wer das Video zu ihrer Singleauskopplung noch nicht gesehen hat, kann sich wohl nicht erklären, wie das fröhliche Grinsen in mein Gesicht gekommen ist. Mein persönlicher Favourite auf dem Album. Still sitzen geht hier überhaupt nicht und so wippe ich fröhlich im Takt mit.
Wo in den ersten fünf Liedern entweder Gitarre oder Schlagzeug als Intro benutzt wurden, überrascht mich der Bass doch ungemein. Und dieser bleibt bei "Head against the curb" auch sehr präsent. Eine tolle Abwechslung zu den sonst eher Gitarrendominierten vorherigen Liedern.
"Midnight Chameleon" beginnt härter als erwartet und Durden scheint das Wort "Chameleon" wörtlich zu nehmen. Sein Stimme viel tiefer als zuvor, um dann wieder in die gewohnte und bekannte Stimmlage zu wechseln. Dieses Lied ist mit seinen knapp zweieinhalb Minuten deutlichen kürzer als die Vorgänger. Kurz, allerdings nicht minder eindruckvoll.
"Sin City" ist der letzte Track auf diesem Album und beschließt es so, wie es angefangen hat. Durden spielt hier einmal mehr mit den unterschiedlichen Facetten seiner Stimme und schafft es, dass man am Ende des Liedes, sofort wieder auf Replay drücken möchte.

Nitrokiss haben mit "Addicted to" ein gelungenes Debutalbum geschaffen und erinnern mich Streckenweise an ältere Rockbands, was in diesem Zusammenhang überhaupt nicht negativ zu werten ist. Dieses Album kommt auch ohne die obligatorische Ballade aus und schafft es konstant gute Laune zu verbreiten. Ein für mich tolles Debut einer Band, die mit ihrer ungewohnten Musik bestimmt einige Fans gewinnen kann. In der sonst eher düsteren und melancholisch gehaltenen finnischen Musiklandschaft, ein Lichtblick der die Freude an der Musik deutlich zum Ausdruck bringt.


Nitrokiss

November 2007
puschel © finnbands.com

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