Interview mit Before The Dawn


Wir trafen Tuomas Saukkonen, Sänger und Mastermind der Band Before the Dawn, auf dem diesjährigen Wacken Open Air und hatten so die Gelegenheit, über das neue Before the Dawn Album, seine unterschiedlichen Projekte und Robbie Williams zu sprechen.



finnbands: Zunächst einmal: Gibt es irgendetwas, was die Leute in Deutschland über Before the Dawn wissen sollten?
Tuomas: Eine ganze Menge! Im Grunde sollten sie jeden einzelnen Song kennen, den wir bisher aufgenommen haben. Schwierige Frage für den Einstieg... *denkt eine Weile nach* ...nächste?
Ich komme grad erst von der Bühne und die Frage ist so umfangreich. Ich möchte gern, dass alle Leute unsere Musik kennen lernen oder wenigsten einen Hinweis bekommen, damit sie dann entscheiden können, ob sie die Musik mögen oder nicht.

finnbands: Before the Dawn war zu Beginn dein Soloprojekt, wurde dann zu einer Band und entwickelte sich wieder zurück zu einem Soloprojekt. Heute sieht es nun so aus, als handele es sich wieder um eine Band...
Tuomas: So etwas in der Art, yeah. Eigentlich hätten wir bei unserem letzten Album, ''Deadlight", bereits wieder eine Band sein sollen, aber wir mussten unseren Schlagzeuger rauswerfen als wir im Studio waren. Also übernahm ich die Drums, die Gitarren, das Keyboard und meinen Gesang. Wir sind gerade fertig mit dem Mixen des neuen Albums, welches in vier Monaten, im Oktober, veröffentlicht werden wird. Eigentlich sollte das ein Bandalbum werden, aber unser neuer Drummer war im Studio nicht so gut. Also übernahm ich wieder die Drums, die Gitarren und das Keyboard. Wir sind keine Band, wie ich sie gern hätte, aber...
finnbands: ...ihr seid auf dem Weg.
Tuomas: Yeah. Wir sind auf dem Weg, eine Band zu werden. Grundsätzlich ist es eine Band, aber ich habe noch immer ein bisschen mehr Verantwortung. Ein bisschen mehr als ich eigentlich haben möchte. Andererseits will ich aber auch, dass die Dinge genau gemacht werden und niemand Scheiße baut.

finnbands: Ihr habt zum ersten Mal hier auf dem Wacken Open Air gespielt...
Tuomas: Yep.
finnbands: Wie würdest du den heutigen Auftritt einschätzen?
Tuomas: Das Publikum war wirklich gut. In der Hinsicht war es also hervorragend. Aber aus meiner Sicht war es nicht mehr als eine 6,5. Ich hatte ein paar schwerwiegende Probleme mit der Gitarre und der Monitortyp wurde vom Teufel persönlich geschickt.
finnbands: Tatsächlich?
Tuomas: Er hat alles kaputt gemacht. Es gab also einige Schwierigkeiten. Das macht mich wirklich wütend, da ich selbst auch als Stagemanager auf großen Festivals in Finnland arbeite. Und wenn ich selbst auf die Bühne gehe, erwarte ich auch, dass die Dinge funktionieren. Es war also wirklich schade, dass ich von Finnland nach Deutschland komme, um dann feststellen zu dürfen, dass mein Verstärker für den Arsch ist.
finnbands: Eine Freundin von uns hat euch bereits mehrfach live gesehen und sie sagte, dass es - abgesehen von den technischen Problemen - ein guter Gig war.
Tuomas: Yeah, glücklicherweise bemerkte niemand, dass der Stagesound schlecht war. Es hat dennoch Spaß gemacht. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht trinke und solche technischen Sachen daher nicht vergesse und mich nur auf das Publikum konzentriere. Da ich aber immer nüchtern bin, nehme ich solche Dinge immer bewusst wahr. Jetzt bin ich glücklich. Fünf Sekunden nach der Show war ich das nicht und auch nicht 10 Sekunden vor der Show, als ich den Typen von der Backline angeschrieen habe. Aber nun ist es okay.

finnbands: Die erste Single des kommenden Albums heißt "Silence". Was macht diesen Songs speziell genug, um als erste Single das ganze Album zu repräsentieren?
Tuomas: Glücklicherweise ist der Boss unserer Plattenfirma gerade nicht da, denn er würde nicht hören wollen, was ich nun sagen werde. Im Grunde ist es kein guter Song, um das Album zu repräsentieren. Wir entschieden uns für diesen Titel, da er der einzige ist, für den eventuell die Möglichkeit besteht, dass er es auf die Listen der finnischen Radiosender schafft. "Deadsong" wurde mehrere hundert Mal gespielt und so etwas wie Metal Radio gibt es in Finnland nicht. Musik mit meiner Art von Gesang ist also zu heavy. Ganz egal, wie gut der Song ist, er würde nicht gespielt werden.
Es ist ein guter Song innerhalb des Albums und auch so ist es ein guter Titel. Aber es ist wahrscheinlich der schlecht gewählteste Song, um die Band zu repräsentieren oder das neue Album. Zum Glück wurde die Single nur in Finnland veröffentlicht und erschien nur auf dieser Kompilation (Stay Heavy Records' "Dirty Black Summer" EP) und nicht als unsere eigene Single. Wir werden zum neuen Album ein Video zu einem Lied haben, welches meine Wahl war. Das Video wird in drei Monaten veröffentlicht werden und das Album wirklich gut repräsentieren.

finnbands: Euer kommendes Album wird "Soundscape of Silence" heißen und, wie du ja bereits schon erwähnt hast, im Oktober in die Läden kommen. Was können die Leute erwarten und wo liegen die Unterschiede zu den vorherigen vier Alben?
Tuomas: Ich versuche, solche Klischees, wie "es ist besser und härter und melodischer", wie die Leute sie immer sagen, zu vermeiden. Es ist tatsächlich ein bisschen abwechslungsreicher als die vorherigen. Hauptsächlich, weil ich inzwischen mehr als 40 Songs im Namen von Before the Dawn aufgenommen habe und gezwungen war, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, um neue Wege und neue Arten von Melodien zu erschaffen. Ich wollte es vermeiden, mich selbst zu wiederholen. Es gibt ein paar interessante Entscheidungen, aber es klingt noch immer nach der Band.

finnbands: Wie du ja vorhin bereits erwähnt hattest, hast du die Drums und die Gitarren auf dem Album selbst eingespielt. Außerdem spielst du noch andere Instrumente und schreibst auch viele Songs. Es macht den Anschein als hättest du eine Menge Talent und als würdest alles erreichen können, wenn du nur willst. Wo liegen deine Schwächen?
Tuomas: Wo liegen meine Schwächen... Wenn es darum geht, alles erreichen zu können, dann ist das komplett falsch. In dieser Welt, in der wir heute Leben, kommt es nicht wirklich darauf an, wie gut deine Musik ist oder wie du sie spielst oder produzierst und dergleichen. Es geht immer nur um Label und Politik und den Geschmack einzelner. Letztlich geht es um Verbindungen und liegt nicht wirklich in meiner Hand.
finnbands: Das schon, aber du tust etwas, was du wirklich tun willst.
Tuomas: Yeah, ich lebe das Leben, das ich leben wollte. Und es macht mich glücklich, dass ich mir meinen Lebensunterhalt verdienen kann, indem ich tue, was ich mag, aber dennoch gibt es da auch viel Frustration. Ich hatte eine Band bei einem Label unter Vertrag. Ich möchte keine Namen nennen, weil da eventuell noch ein Rechtsstreit auf uns zukommt. Aber es war ein schlechter Vertrag und so musste ich die ganze Band nach dem Debütalbum begraben. Meiner Ansicht nach, war es eine wirklich gute Band, die aufgrund des Labels nun keine Zukunft hat. Sie haben mich fertig gemacht. Das passiert ziemlich oft und bringt mich in keine gute Stimmung. Es begräbt all das, was ich tue. Wenn ich auf all diese Stunden in Proberäumen, im Studio und an das ganze Geld denke, dann war es alles eine große Verschwendung. Aber nun habe ich wirklich gute Plattenfirmen, die hinter mir stehen und bin in der Lage, wenigstens ein bisschen von dem zu erreichen, was ich mir wünsche.

finnbands: Beeinflusst dich die Musik anderer Bands?
Tuomas: Yeah.
finnbands: Versuchst du, diese Einflüsse zu vermeiden...
Tuomas: Ja.
finnbands:...oder sind sie dir eine willkommene Inspiration?
Tuomas: Ich versuche, zu offensichtliche Einflüsse zu vermeiden. Wenn man es zu offensichtlich hört, dann ist es nicht gut, denn meine Musik soll nicht so klingen, dass die Leute mit Sätzen ankommen, wie "dieses coole Opeth-Riff und blah blah blah". Gewöhnlich haben wir Arbeitstitel für neue Songs und ein Titel des neuen Albums hieß "In Flames". Normalerweise haben wir mehr, aber dieser "In Flames" Titel ist zum Beispiel enorm von alten In Flames oder Dissection Sachen beeinflusst. Das hört man auch, aber das macht den Song aus. Ich versuche, es zu vermeiden, aber ich werde von jeder Art von Musik beeinflusst. Ich weiß nicht warum, aber ich mag krankhaft viel von Robbie Williams. Ich wollte mir ein Poster von Robbie Williams ohne Shirt kaufen ... das war dann aber doch zu schwul. Ich hätte es gern getan, bemerkte aber, dass es eine Grenze gibt, die ich durch den Kauf des Posters weit überschritten hätte. Dann sind da noch Coldplay und all diese Popbands und wirklich aggressiver Black Death Metal. Es ist also wie mit jedem anderen auch. Niemand kann leugnen, dass er durch andere Dinge beeinflusst wird. Ich klaue ziemlich viele Drumparts. Ich bin schamlos, aber so was kannst du dir leihen, im Gegensatz zu Melodien oder der Struktur. Wenn ich also coole Drums höre, werden die durchaus auch mal ein Teil meiner Songs.

finnbands: Du arbeitest an vielen unterschiedlichen Projekten / Bands zur gleichen Zeit.
Tuomas: Ich habe drei Projekte mit einem Plattenvertrag. Beim vierten stehe ich in den Verhandlungen und befinde mich noch im Studio.
finnbands: Kannst du uns mehr zu den einzelnen Projekten sagen?
Tuomas: "Before the Dawn" ist kein Projekt mehr, da ja bald das fünfte Album erscheint.
Dann gibt es da noch "Final Harvest". Dabei handelt es sich um eine Kombination von Thrash Metal aus den Staaten und norwegischem Black Metal. Kennst du die Band Grimfist?
finnbands: Nein.
Tuomas: Du bekommst eine grundsätzliche Idee davon, wenn du sie dir anhörst. Die Basis ist rockiger Thrash Metal mit ein bisschen Death und Black Metal.
Dann ist da noch "Black Sun Aeon", aber das geht mehr in Richtung Doom. Der Plan sieht vor, dass das Debütalbum im Januar/Februar des nächsten Jahres erscheint. Bisher haben wir nur die erste Single veröffentlicht. Tomi Koivusaari von Amorphis übernimmt einige Vocals. Das ist ziemlich cool, da er das seit zehn Jahren nicht mehr gemacht hat. Er spielt im Moment nur Gitarre, aber er übernahm die Growls auf "Tales of the thousand lakes" und nun möchte er sich auch wieder hinter das Mikro stellen. Und dann ist da noch Fernando Ribeiro von Moonspell und andere Typen, die unterschiedliche Sachen beigesteuert haben. Aber das ist wirklich eher ein Projekt, während die anderen tatsächliche Bands sind.
finnbands: Und was ist mit dem vierten Projekt ohne bisherigen Plattenvertrag?
Tuomas: Das nennt sich "Teargod". Es ist ein bisschen im Stil von "The Gathering", mit schwererem Sound und weiblichem Gesang. Kein Doublebass Drumming, kein harter Sound.
finnbands: Also etwas ruhigere Sachen?
Tuomas: Yeah, viele Streicher, Piano, Akustikgitarre und einige Verzerrungen. Nette Musik.

finnbands: Würdest du eines als dein Hauptprojekt bezeichnen oder sind sie alle gleich wichtig für dich?
Tuomas: Offiziell ist natürlich "Before the Dawn" mein Hauptprojekt, aber inoffiziell würde ich sagen, dass alle Bands wichtig sind. Meiner Meinung nach stehen sie auch nicht miteinander in Konkurrenz, denn die Hälfte von ihnen sind lediglich Studiobands und treten nur auf, wenn es die Zeit erlaubt. Für mich sind alle auf dem gleichen Level. Es wäre dumm, etwas mit hundert Prozent zu machen und etwas anderes mit dreißig. Das, was man nur mit dreißig Prozent macht, kann nur schlecht werden, wenn man nicht mit der gleichen Leidenschaft daran arbeitet, wie am Rest der Bands. Für mich sind sie alle meine Nummer Eins.

finnbands: Für mich ist es manchmal nicht so ersichtlich, warum ein Musiker so viele Projekte zur gleichen Zeit braucht - vielleicht kannst du mir die Notwendigkeit erklären...
Toumas: Ich brauche sie wirklich, denn das neue "Before the Dawn" Album ist nun fertig. Ich hatte für wenigstens ein Jahr keine Verwendung für neue Songs. Ich habe das Master und den Mix für das "Final Harvest" Album aufgenommen. Es ist eine Art Death, Black Metal, also habe ich die Richtung auch abgedeckt. Zwei Alben sind noch in Arbeit, die beide innerhalb der nächsten zwei Monate fertig werden. Ich arbeite schon am fünften, damit ich was für den Winter habe. Denn sonst wäre der ganze Winter komplett ohne Musik. Alle vier Alben, die ich im Frühjahr begonnen habe, sind also schon komponiert und das meiste ist aufgenommen und gemixt. Ich habe ein grundsätzliches Problem, denn ich habe zu viele Songs. Und wenn ich ein Lied fertig habe, dann brauche ich auch eine Verwendung dafür. Ich mag es nicht, einfach nur Demos aufzunehmen, damit ich etwas fertig habe, wenn ich es brauche. Wenn ich einen Song aufgenommen habe, dann brauche ich auch etwas drum herum. Ein Song führt meistens zu einem Album, was in der Entwicklung zu vielen Alben führt.

finnbands: Durch deine ganzen Projekte macht es den Anschein, dass ein großer Teil dieses Jahres aus Studioarbeit und Aufnahmen besteht. Wird das nicht irgendwann langweilig?
Tuomas: Nein! Das liegt bestimmt daran, dass ich mit coolen Typen im Studio arbeite. Juho, der Gitarrist von Before the Dawn, nimmt alle Alben auf. Wir sind also zwei Freunde, die sich miteinander vergnügen ... mit dem Geld anderer. In diesem Fall ist es meine eigene Firma, die die Rechnungen bezahlt und ich habe mir wirklich viel Geld von der Bank geliehen, also ... nun ja, es ist das Geld der Bank ... nicht meines. Also ich habe keinen Stress wegen des Geldes, denn es ist ja nicht wirklich meines. Ich muss es nur irgendwann zurückzahlen.
Es ist nicht langweilig, denn wir können unseren eigenen Zeitplan machen und so ist es leicht, dem Studio auch mal zu entkommen. Ich hätte eigentlich die letzten drei Wochen im Studio sein sollen, aber wir haben uns aufgrund des schönen Wetters in Finnland dazu entschlossen, Urlaub zu machen. Es wird nicht langweilig, denn wir nehmen auf, wenn wir es wollen und wenn wir keine Lust haben, dann lassen wir es eben.
Und ich habe zwei gute Freunde, die alle Alben mixen und mit einem von ihnen habe ich immer Motto Tage im Studio. Wir haben "Eiscreme Tag" und "Film Tag". Und wenn wir Film-Tag haben, konzentrieren wir uns manchmal nur auf Bruce Willis Filme oder jemand denkt, es ist lustig, wenn wir uns nur die schlechtesten Filme angucken, die wir finden können. Das ist dann der "Schlechteste Filme Tag". Dadurch ist alles immer ziemlich entspannt. Wir arbeiten nicht strikt von acht bis vier. Es ist recht locker.

finnbands: Wie schaffst du es, so viele Dinge zur gleichen Zeit zu bewerkstelligen?
Tuomas: Ich mache gar nicht so viele Dinge zur gleichen Zeit, glücklicherweise. Es macht vielleicht den Anschein, dass alles zur gleichen Zeit abläuft. Wenn ich etwas fertig habe, dann mag ich mit der nächsten Sache beginnen. Es ist also gar nicht so hart.
finnbands: Okay.
Tuomas: Es sind Sachen, die du tun möchtest...ich sehe also keine Schwierigkeiten darin. Und ich denke, das Beste daran, so viele Sachen im Kopf zu haben, ist, dass ich mit meinen Freunden nach einem sehr flexiblen Zeitplan arbeiten kann. Wenn ich zum Beispiel eine neue Idee für ein neues ... tatsächliche habe ich im Moment mein neues Black Metal Projekt im Hinterkopf. Ich möchte diese wirklich böse Musik machen. Wirklich sehr böse Musik. Nichts für Mädchen.
finnbands: Also wird es keinerlei Melodie geben?!
Tuomas: Nein! Keine Melodie und kein Keyboard. Wirklich böses und übles Zeug. Wenn ich also eine Idee zu einem neuen Song habe, dann rufe ich Juho an und wenige Tage später nehmen wir es auf und dann ist es fertig und ich kann mich die nächsten Tage mit etwas anderem beschäftigen. Ich muss kein Studio buchen oder in meinen Kalender gucken und dies und das zu einer bestimmten Zeit machen. Es ist ziemlich leicht, viele Dinge zeitgleich zu koordinieren, denn es gibt ja keinen festen Zeitplan und somit keinen Druck. Nur einige Deadlines für ein paar Alben, aber das ist normal. An einem gewissen Punkt muss es eben fertig sein.

finnbands: Ich habe gehört, dass du ein musikbasiertes Sozialprojekt mit Kindern bzw. Teenagern gemacht hast.
Tuomas: Yeah, ich habe studiert, um Sozialarbeiter zu werden. Ich kenne die englische Bezeichnung nicht, für das, was ich hätte werden sollen. Aber ich hatte durch die ganzen Bands, die ich damals bereits hatte, nicht die Zeit, die Schule zu beenden. Alle meine Freunde aus der damaligen Klasse starteten dieses Jugendprogramm, um Kindern zu helfen, die Probleme in der Schule, mit ihren Eltern, dem Gesetz oder eine kriminelle Vergangenheit haben. Und sie hatten die Idee, mit diesen Kindern Songs aufzunehmen. Etwas woran sie sich festhalten können, denn viele dieser Kinder haben einen musikalischen Hintergrund und sie fragten mich, ob ich bei einem ihrer Songs mitmachen möchte.
finnbands: Wie hat es sich entwickelt? Haben sie den Song bereits aufgenommen?
Tuomas: Sie haben den Song aufgenommen und ich habe lediglich meinen Gesang dazu beigetragen und ihnen bei den Clean Vocals geholfen. Es ging bei der ganzen Sache darum, dass die Kinder selbst spielen und nicht nur anderen dabei zusehen. Sie sollten involviert sein und nicht nur im Studio sitzen und zuschauen, wie es andere machen. Denn schließlich ist es ihr Song.
finnbands: Sie haben ihn auch selbst geschrieben?
Tuomas: Yeah, es bedeutet den Kindern wirklich viel.

finnbands: Wir sprachen ja bereits über dich im Alter von 10 Jahren und nun kommen wir einmal zurück in diese Zeit.
Tuomas: Okay.
finnbands: Welchen Ratschlag würdest du dir selbst geben, wenn du den zehnjährigen Tuomas heute noch einmal treffen könntest?
Tuomas: Ich glaube, es ist gut genug gelaufen, um keine Ratschläge geben zu müssen. Es verlief alles okay. Selbstverständlich könnte es immer mehr Geld geben und mehr Erfolg und mehr blah blah blah. Aber auf der anderen Seite könnte es auch weit schlimmere Situationen mit Labeln und so geben. Ich kennen eine Menge Bands in Finnland - besonders die, in denen Freunde von mir spielen - die niemals etwas erreichen werden, weil sie so schlechte Verträge haben. So was wie sieben Alben für ein beschissenes Label, was gleichbedeutend mit dem Ende der Band ist. Es könnte weit schlimmer sein, also lief es ganz okay. Ich würde nichts ändern wollen. Es könnte immer besser sein, aber es wäre wohl ein wenig vermessen, darum zu bitten. Ich habe alles erreicht, was auf meiner Liste steht. Es ist keine tatsächliche Liste, aber ein Punkt war, auf dem Wacken Open Air zu spielen. Ich habe inzwischen sieben Alben gemacht, bei meinen eigenen Videos und einer DVD Regie geführt. Ich spielte mehrere Mal mit zweien meiner großen Vorbilder, Katatonia und Moonspell. Viele gute Dinge sind passiert, es wäre also dumm, zurück zu gehen und nach mehr zu verlangen und zu glauben, dass es dann besser werden würde, denn es könnte auch viel schlimmer sein. Ich würde mir selbst auf die Schulter klopfen.

finnbands: Es ist Zeit für die "berühmten letzten Worte".
Tuomas: Nein. Das hasse ich. Diese Klischees, wie "Stay heavy!".
finnbands: Du kannst ja auch etwas anderes sagen, wie zum Beispiel "Kauft mein neues Album!" *lacht*
Tuomas: Das ist doch mal eine richtige coole Sache. Und es klingt auch so gar nicht verzweifelt.
finnbands: Also gibt es nichts mehr, was du sagen möchtest?
Tuomas: Schreib doch einfach den Link zur Website hin, dann können die Leute sich die Band angucken oder so. Ich mag keine Kommentare abgeben. Die sind immer so langweilig ... zumindest wenn sie von mir kommen. Ich bin kein Typ für Kommentare, darum spreche ich auch auf der Bühne nie. Es ist einfach nicht mein Ding, gute Sachen in kleine Sätze zu pressen. Ich rede viel, aber ich mag es nicht, vor Publikum zu sprechen oder wenn ich Sachen, wie "letzte Worte?" oder "Erzähl mir etwas über die Band!", beantworten muss. Nun, wir spielen Metal und blah blah blah. Ich denke, das ist doch ziemlich offensichtlich. Schreib einfach den Link zur Website als Antwort bei den Fragen "etwas über die Band" und "letzte Worte", dann ist es ein abgerundeter Kreis.
finnbands: Okay, wir sind dann fertig.
Tuomas: Okay. Es hat Spaß gemacht.
finnbands: Danke für das Interview.



beforethedawn.com



Wacken, 2. August 2008
Sabrina, Sonia, Niina & anna © finnbands.com

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