Sara - Veden Äärelle
21. Mai 2008
Universal Music Finland
01. Kartta rinnassa
02. Laine kerrallaan
03. Pitelet taivasta
04. Aallot kääntyy pois
05. Veden äärelle
06. Vuorien paino
07. Uusi ihminen
08. Meren äärellä
09. Valmistettu tie
10. Rauhan aika
11. Ristin alle
12. Takauma
Der Ausgangspunkt dieser Review zeichnet sich vor allem durch eines aus: vollkommene Unvoreingenommenheit. Was, wenn wir mal ehrlich sind, ja eher selten der Fall ist. Und obwohl ich die Band bereits einmal live erleben durfte, vermag ich nicht einzuschätzen, was mit "Veden Äärelle" und dem somit fünften Longplayer der Gruppe auf mich zukommt. Unbeeinflusst durch irgendwie geartete Erwartungen und lediglich in dem Wissen, dass es sich um Rockmusik aus Finnland mit finnischen Texten handelt, lasse ich mich also überraschen.
Mit diesem Album blicken Sara auf ihre Wurzeln zurück, auf ihren Ursprung und darauf, woher sie kommen - aus dem Land der tausend Seen. Und was bietet sich da mehr an als ein Titel, der in der englischen Übersetzung soviel bedeutet, wie ‚by the water'?
Elektronisch verzerrt geht es los, erste Keyboardklänge setzen ein, gefolgt von den übrigen Instrumenten bis schließlich Joa's Gesang hinzu kommt und ich nach knapp einer Minute des Hörens bereits zum erste Mal denke: "Wow!". Ich hatte nicht damit gerechnet, so schnell überzeugt zu werden. Und ist es möglich, dass sich innerhalb so kurzer Zeit doch erste Erwartungen, die kommenden Stücke betreffend, regen können - oder ist das nur Wunschdenken gemischt mit Vorfreude?
Trotz der dauerhaft präsenten Melancholie, ist die Grundstimmung der Platte keinesfalls eine Negative. Eher im Gegenteil, hört man doch immer wieder die Hoffnung heraus, geschöpft aus lieb gewonnenen Erinnerungen und auf ganz eigene, spezielle Weise Kraft gebend. Beispiellos für die Vermittlung dieses Gefühls, steht der Track "Veden Äärelle". Wehmütig und zeitgleich von so enormer Stärke geprägt, diente er dem Album wahrscheinlich genau aus diesem Grund als Namensgeber.
In den Texten ihres fünften Tonträgers thematisieren die Finnen stets den Blick zurück. Wobei es ihnen nicht darum geht, Gewesenes ändern zu wollen, sondern Veränderungen zu akzeptieren, wichtige Erinnerungen zu bewahren und die Vergangenheit als etwas Wertvolles, ja sogar Erstrebenswertes anzusehen.
Geprägt sind die zwölf Lieder sowohl von Umbrüchen in der Melodie als auch im Einsatz der einzelnen Elemente, wodurch das Album eine enorme Vielseitigkeit bekommt. Durch den ungeahnten Facettenreichtum, dessen Vielschichtigkeit und Tiefe nach nur einmaligem Hören noch gar nicht fassbar ist, wird das Album zu etwas Einzigartigem und so schnell nicht langweilig.
Sara gelingt es, die passende Mischung aus Rock und Alternative zu finden. Durch das Hinzufügen von elektronischen Elementen runden sie ihre Musik gekonnt ab und erschaffen so ihren ganz eigenen Stil.
"Veden Äärelle" ist alles andere als gewöhnlich und vielleicht nicht die richtige Musik für jede Stimmung, doch will sie das wahrscheinlich auch gar nicht sein. Darum sei dieses Album jedem empfohlen, der Musik nicht einfach nur hört, sondern auch bereit ist, sie zu fühlen.
Wenn ich auf meinen Ausgangspunkt zurück blicke, so bin ich nun nicht länger unvoreingenommen. Nun habe ich Erwartungen und bin jetzt schon gespannt auf den Nachfolger.
Sara
19. Mai 2008
anna © finnbands.com