Reflexion - Dead to the past, blind for tomorrow
14. März 2008
Mach XX
01. Non Stop Glorious Ride
02. Embrace of Wrath
03. Twilight Child
04. Dancing in the Air
05. Dead Without You
06. Weak and Tired
07. Black is the Color of your Life
08. The One with no Name
09. Forever get too long
10. Thousand Nails in Your Heart
11. Just one World (Goodbye)
"Ein Blick ins derzeitige Rockgeschehen ist leider häufig verbunden mit einem automatischen Kopfschütteln. Nichts aussagende, wenig authentisch wirkende Bands werden als "die neue Megahoffnung" tituliert, und oft scheint es, als würden Pseudo Musiker ihre Schultüte für die berühmten "15 minutes of fame" gegen ein Mikrofon eintauschen, bereit, um Schnellschusskonsumenten für Sekunden zu befriedigen."
Von der nordfinnischen Band Reflexion kann man dies nicht behaupten. Die Ursprünge der Band gehen in das Jahr 1996 zurück und sie arbeiteten lange und hart daran, vorwärts zu kommen. Nun blicken sie auf ihr zweites Album, mit dem sie ihren ganz eigenen Stil in einer Mischung aus Gothic, Metal, Rock, Pop und Alternative verkörpern, bei dem selbstverständlich die sagenumwobene finnische Melancholie genauso wenig fehlen darf wie anständige Gitarrenriffs. Und das Ganze wird unterlegt von Sänger Juha Kylmänens variationsreicher und ausdrucksstarker Stimme.
Im Vergleich zum Debüt "Out of the Dark" (2006) hat dieses Mal nicht nur Juha die Songs komponiert, sondern auch Juhani, Ilkka und Mikko steuerten ganze Stücke oder immerhin Ideen bei. Trotzdem klingen die Songs auf das erste flüchtige Hören sehr ähnlich und erst bei intensiverem Lauschen bemerkt man die Unterschiede mit vollem Bewusstsein.
Denn eigentlich gleich mit "Non Stop Glorious Ride", legen Reflexion richtig los. Der Opener ist gut gewählt, denn er fordert sofort Aufmerksamkeit und man kann gar nicht anders als hinhören.
Passend zum fast schon deprimierend anmutenden Albumtitel "Dead to the Past, Blind for Tomorrow" sind die Texte überwiegend düster gehalten, aber auch klassische Lovesongs sind vertreten.
Das bereits als Online Single ausgekoppelte "Weak and Tired" hat genauso absoluten Ohrwurmcharakter wie "Dead without you".
Mag "Thousand Nails in My Heart" vom Titel ein bisschen an die Tampere Teenie-Band Negative erinnern, hat das Stück aber so rein gar nichts mit ihrer glammigen Musik zu tun. Dennoch (oder gerade deshalb?) einer meiner Favoriten auf dem Album.
"Just one World (Goodbye)" ist ein gut gewähltes Outro, die Melodien werden langsamer, ruhiger und bereiten auf einen Abschied vor.
Allerdings sollte dieser nicht zu lange dauern, denn jedenfalls ich bin versucht, gleich wieder auf Play zu drücken.
Reflexion
8. März 2008
Niina © finnbands.com