Before The Dawn - Deadlight

29. Juni 2007 (Deutschlandrelease)
Cyclone Empire



01. Wrath
02. Faithless
03. Fear Me
04. Eternal
05. Morning Sun
06. Deadsong
07. Guardian
08. Star Of Fire
09. Reign Of Fire
10. ...



"Wir sind nicht Gothic und wir sind weit weg vom Melodic Death Metal, Dark Metal stimmt auch nicht ... nennen wir es Melancholic Scandinavian Metal!", versucht Songwriter Tuomas die Musik von Before the Dawn zu beschreiben und trifft damit wahrscheinlich am ehesten den Kern.
"Deadlight" erschien bereits vor knapp einem Jahr in Finnland und wurde kurze Zeit darauf auch in Deutschland veröffentlicht. Zwar sind die Finnen bei uns bisher noch nicht so bekannt, im Heimatland der Band feierte das vierte Studioalbum der Musiker um Tuomas Saukkonen jedoch schon einige Erfolge.
Dem Opener 'Wrath' kann man sich nur schwer entziehen, besticht er doch auf Anhieb in seiner gewissen Eingängigkeit, hervorgerufen durch sein gesamtes Arrangement.
Weiter geht es mit 'Faithless', einem Lied, das eher ruhigere Töne anschlägt und sich vor allem aufgrund seines melodischen Refrains ziemlich schnell im Kopf festsetzt.
Weit wilder wird es wieder beim Song 'Fear Me', der sich durch wütende Growls, schnelle Riffs, treibende Drumparts und ein wirklich gut gespieltes Gitarrensolo zum Schluss behauptet - und auf diese Weise genau das verkörpert, was der Titel verheißt.
Ein ähnlich energischer Gitarreneinsatz fällt auch im Track 'Eternal' sofort auf. Besonders gelungen ist hier jedoch die düstere Atmosphäre, die die partiell eingesetzten Clean Vocals hervorrufen und die enorme Dynamik, die entsteht wenn selbige im Refrain mit den Growls aufeinander treffen und wie eine gewaltige Flut über dem Zuhörer zusammenstürzen.
Die Instrumentierung und der Gesang im Titel 'Morning Sun' erinnern entfernt an die schwedische Band Katatonia, jedoch wird Lars' Gesang schnell wieder durch Tuomas' brachial einsetzende Parts abgelöst. Doch die Enttäuschung darüber wird vom nachfolgenden Track 'Deadsong' direkt wieder wettgemacht, der nicht zuletzt auch durch seine Lyrics außerordentlich gelungen ist. Der klare Gesang und die geradlinige Melodieführung der ersten Singleauskopplung des Albums werden nur stellenweise unterbrochen und es wird mehr als deutlich, dass der Titel nicht umsonst Platz 2 der offiziellen finnischen Charts erreichte.
Weit schwerere Kost sind da schon die sich anschließenden Songs.
'Guardian' finde ich bisher eher weniger leicht zugänglich, trotz allem entbehrt der Titel aber einer gewissen Melodiösität nicht.
Auch 'Star of Fire', welchem durch die Stimme von Gastsängerin Katja Vauhkonen ein wenig von seiner Härte genommen wird und 'Reign of Fire' sind nach nur einmaligem Hören nicht sofort greifbar, ihnen wohnt aber durchaus Potential inne, dessen Erschließung wohl ein Bisschen mehr Zeit für sich beansprucht.
Der letzte Track '...' weiß noch einmal durch seine atmosphärischen Klänge zu beeindrucken und lässt durch den femininen Gesang von Katja Vauhkonen, die auch in diesem Lied ein weiteres Mal vertreten ist, Ähnlichkeiten zu The Gathering erahnen.

Als Ganzes gesehen, stechen nur wenige Songs nach dem ersten Hören wirklich hervor und mancher mag sich zeitweise sicher ein wenig an den beinahe durchweg eingesetzten Growls stören, doch das ist garantiert nur eine Frage der Gewöhnung, die sich bei Dauerrotation der Platte nach kurzer Zeit bestimmt erübrigt.
"Deadlight" ist instrumental gesehen wirklich sehr gelungen und auch die Gesangspassagen von Bassist Lars tragen ihren Teil zu der düsteren Anziehungskraft, die vom Album ausgeht, bei.
Before The Dawn haben sich mit diesem Album vielleicht nicht neu erfunden, liefern aber einen würdigen Nachfolger zu ihren bisherigen Veröffentlichungen.




8 / 10


Before The Dawn

8. März 2008
anna © finnbands.com

zurück / back